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Gesundheitsnews



Grundregeln für die Lebensmittelhygiene zuhause
TÜV Süd

Durch die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie bereiten deutlich mehr Menschen die Mahlzeiten für sich und ihre Familie zuhause zu. Eine gute Küchenhygiene ist dabei wichtig, damit keine unnötigen Gesundheitsrisiken entstehen. TÜV SÜD gibt einen Überblick zu den wichtigsten Hygieneregeln im Umgang mit Lebensmitteln.

„Beim Umgang und bei der Zubereitung von Lebensmitteln sollten grundsätzlich die allgemeinen Hygieneregeln beachtet werden. Neben dem regelmäßigen und gründlichen Händewaschen gehören dazu auch grundlegende Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln“, erklärt Dr. Andreas Daxenberger, Lebensmittelexperte bei TÜV SÜD. „Da Bakterien und Viren hitzeempfindlich sind, kann ein potenzielles Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln praktisch ausgeschlossen werden. Wichtig ist, dass nicht nachträglich wieder eine Kontamination erfolgt.“

Übertragungswege von Lebensmittelinfektionen Wie das Bundesinstitut für Risikobewertungen (BfR) auf seiner Website informiert, ist eine Übertragung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) über Lebensmittel oder importierte Produkte aufgrund der geringen Umweltstabilität des Erregers unwahrscheinlich. Das BfR verweist darauf, dass beim Umgang damit allgemeine Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und die Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln angewendet werden sollen.

Im Gegensatz zu Corona- und Influenzaviren, bei denen die Übertragung durch Tröpfcheninfektion geschieht, ist bei Lebensmittelinfektionen eine direkte Übertragung durch infizierte Lebensmittel und Schmierinfektionen der Normalfall, beispielsweise im Fall von Lebensmittelinfektionen durch Salmonellen, EHEC oder Campylobacter-Bakterien. Sie lösen Durchfall-Erkrankungen aus. Typische Übertragungswege sind dabei rohes Fleisch, Fisch oder erntefrisches, ungewaschenes Gemüse, aber auch der Mensch selbst, der Krankheiten übertragen kann ohne selbst krank zu sein. Die Krankheitserreger sind durch die Lebensmittel selbst, aber auch durch Hände, Schneidbretter und Küchenutensilien übertragbar. Das Kennen und Beachten von Hygieneregeln im Umgang mit Lebensmitteln sind daher wichtig.

Grundregeln für die Lebensmittelhygiene zuhause Verbraucher können zuhause viele sinnvolle Maßnahmen durchführen, um Infektionsrisiken beim Umgang mit Lebensmitteln zu vermeiden. Folgende Prinzipien haben sich dabei bewährt:

Hygienemaßnahmen vor Kontakt mit Lebensmitteln Saubere Hände und Kleidung sind unverzichtbar in der Küche. Es sollte dafür gesorgt werden, dass Schmuck und Haare nicht bei der Küchenarbeit stören. Auch Berührungen im Gesicht (Mund, Nase, Augen). sollten bei der Zubereitung von Lebensmitteln soweit wie möglich vermieden werden. Dass nicht auf Lebensmittel gehustet werden darf, versteht sich von selbst. Haustiere sind bei der Lebensmittelzubereitung fernzuhalten.

Verhindern von Kreuzkontamination Vom Einkauf über Transport, Lagerung und Verarbeitung von Lebensmitteln sollte die Übertragung von Keimen durch Hände, Geräte, Arbeitsflächen oder Küchenutensilien vermieden werden. Für rohe und gegarte Lebensmittel sollten am besten immer getrennte Küchenutensilien verwendet werden. Gründliches Händewaschen nach dem Kontakt mit rohen Lebensmitteln bevor man weiterarbeitet gehört ebenso dazu. Beim Auspacken nach dem Einkaufen sollte der auf der Unterseite schmutzige Einkaufskorb nicht auf die bereits gereinigte Arbeitsfläche gestellt werden. Insbesondere sollte vermieden werden, dass bereits zubereitete Lebensmittel direkten oder indirekten mit rohen Lebensmitteln haben.

Gründliche Reinigung Oft wird vergessen, dass Schwämme, Spüllappen oder -bürsten selbst Keimüberträger sind, deshalb sollten diese häufig gewechselt werden. Als Reinigungsmittel für Hände genügen heißes Wasser und Seife, und für Küchengeräte und Oberflächen Spülmittel (außer bei hartnäckigen Verschmutzungen). In privaten Haushalten müssen im Normalfall auch keine Desinfektionsmittel verwendet werden. Ausnahmen sind ärztlich verordnete Desinfektionsmaßnahmen, z.B. bei Salmonellen-Patienten.

Zu warme Lagerung und zu geringe Erhitzung vermeiden Erzeugnisse wie frisches Geflügel, Schweinefleisch, Hackfleisch oder Fisch sollten während der Zubereitung durcherhitzt werden. Verzehrfertige Lebensmittel sollten nicht länger im Warmen bereitgestellt oder gelagert werden, z. B. Salate, Aufschnitt, und kalte Gerichte. Werden Speisen für den nächsten Tag aufbewahrt, z. B. die Vorspeisenplatte oder die Nudelsoße, sollten diese nach Zubereitung rasch gekühlt werden.

20.05.2020 DGA | Quelle: TÜV Süd AG

Rauchen + eigenständiger Gebrauch von Nikotinersatzstoffen zur vermeintlichen Abwehr einer Corona-Infektion
Der Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP) rät vom Rauchen + eigenständigen Gebrauch von Nikotinersatzstoffen zur vermeintlichen Abwehr einer Corona-Infektion dringend ab

Berichte aus Frankreich, dass Nikotin unter Umständen das Andocken von Viren an Körperzellen erschweren kann, sorgen für Verunsicherung. In einer Studie sollen die bislang vorwiegend theoretischen Überlegungen überprüft werden. Dabei sollen allerdings nicht Zigaretten Verwendung finden, sondern Nikotinpflaster, wie sie auch in der Raucherentwöhnung benutzt werden. Das Ergebnis dieser Studie bleibt abzuwarten.

Tatsache ist, dass beim Rauchen zwar auch Nikotin im Körper aufgenommen wird, zusätzlich aber eine Vielzahl von anderen Giften und Substanzen, die zum einen die "Müllabfuhr" der Lunge lähmen und zum anderen zu schwerwiegenden Störungen der Lungenfunktion (COPD) führen können. Dies erhöht nachweislich und durch viele Studien gestützt die Komplikationsrate von COVID-19 erheblich.

Es gilt daher mehr denn je: Hören Sie auf zu rauchen!

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Lunge so gut wie möglich funktioniert!

Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig, wenn Sie unter COPD oder unter Asthma leiden.

Wer beim Rauchstop unter Entzugserscheinungen leidet, kann vom Arzt individuell dosierte Nikotinersatzstoffe empfohlen bekommen. Sollte die französische Studie positiv verlaufen, wäre das dann von Vorteil, anderenfalls wäre es auf jeden Fall gut, wenn das inhalative Rauchen beendet wird. Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass auch Nikotin dosisabhängig ein starkes Gift sein kann. Vom eigenständigen Einsatz von Nikotinersatzstoffen zur vermeintlichen Abwehr einer möglichen Corona-Infektion kann daher nur dringend abgeraten werden.

„Corona-Lotse“
Hilfe der Barmer für Risikogruppen

Mit den ersten Lockerungen der Anti-Corona-Beschränkungen befürchten Experten einen erneuten Infektionsanstieg und ein steigendes Risiko vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen. Mit einem „Corona-Lotsen“ will die Barmer diese Menschen bestmöglich vor einer Infektion schützen. Er soll insbesondere älteren und multimorbiden Patienten individuelle Hilfen zur Prävention und zur Verrichtung des täglichen Lebens geben. „Corona-Risikopatienten brauchen Unterstützung beim Einkaufen, bei der Behandlung ihrer Krankheiten, der Medikamentenversorgung und anderen alltäglichen Verrichtungen. Sie brauchen das Gefühl, jetzt nicht allein zu sein. Wir wollen ihren Bedarf individuell ermitteln und ihnen passgenaue Hilfen anbieten. Auf diese Weise können wir das Risiko einer Corona-Infektion minimieren“, erklärte Barmer-Vorstand Dr. Mani Rafii. Dabei verfolge man das Ziel, Kontakte weitestgehend zu vermeiden, ohne dass die kontinuierliche medizinische und pflegerische Versorgung darunter leide.
Rund 100.000 Versicherte werden kontaktiert

Mit ihrem neuen Programm wolle die Kasse die am meisten Gefährdeten gezielt durch die Corona-Krise lotsen. Die Auswahl der betroffenen Barmer-Versicherten fuße auf Algorithmen der Johns-Hopkins-Universität, die die Verbreitung des Coronavirus weltweit verfolgt. Der „Corona-Lotse“ solle nun allen besonders gefährdeten Risikopatienten angeboten werden. Dafür würden jetzt zeitnah rund 100.000 Versicherte kontaktiert, denen der „Corona-Lotse“ besonders gut im Alltag helfen könne.

12.05.2020 DGA | Quelle: Barmer